TURRIALBA UND PUERTO VIEJO


Ab sechs Uhr am Morgen regnet es drei Stunden in Strömen und somit fällt der geplante Ausflug zu den beiden Vulkanen buchstäblich ins Wasser. Mit dem Dauerregen kommt auch die Kälte. Die Temperatur sinkt auf 18 Grad. Der Besitzer der Lodge sagt mir, dass das sehr ungewöhnlich für diese Jahreszeit ist, denn normalerweise ist es nur im Winter so kalt. 









Als es aufhört zu regnen, teilt sich unsere Gruppe. Rene und Ilka wollen sich das Guayabo Monument ansehen, dabei handelt es sich um historische Ruinen und später noch zum Orchideengarten. Thomas und ich wollen lieber noch etwas von der Landschaft sehen und machen deshalb mit den Jungs eine kleine Rundfahrt. Zunächst fahren wir runter in das Städtchen Turrialba, aber hier gibt es nichts interessantes zu sehen. Also geht es im großen Bogen wieder zurück. Wir können uns gar nicht genug satt sehen an der schönen Landschaft. Während wir uns wieder bergauf schrauben wartet hinter jeder Kurve wieder eine schöne Aussicht entweder nach links oder nach rechts hinunter und immer sieht man diese Wolkenschichten, die wie dicke Decken auf den Gipfeln liegen oder als große Wattebäusche durch die Täler ziehen. Wieder müssen wir es an einigen Stellen durch eine Wolke durchfahren, wobei man fast nichts mehr sieht.




















Und dann erwartet uns noch das Highlight des Tages. Wir fahren an einer groß angelegten Kaffeeplantage vorbei und zwischen den Kaffeepflanzen ragen riesig große Bäume in den Himmel, mit den schönsten Baumstämmen, die ich je gesehen habe. Sie sind mehrfarbig und geht man nah heran, sieht es aus wie abstrakte Kunst. Es handelt sich dabei um Regenbogeneukalyptus und ist wohl eine der wenigen Eukalyptusarten, die auch außerhalb Australiens natürlicherweise wachsen. Der Anblick dieser Bäume hat etwas leicht surreales.












Zum Essen fahren wir in ein großes offenes Restaurant, das zu einer Forellenzucht gehört und einen großen und mit vielen schönen Blumen angelegten Garten hat. Obwohl Forelle natürlich der Hauptbestandteil der Speisekarte ist, bekomme ich ein lecker zusammen gestelltes veganes Essen. Hier in Costa Rica ist diese Ernährungsweise noch nicht so wirklich angekommen, aber bisher sind die Köche für mich recht kreativ darauf eingegangen. Das war in Marokko leider überhaupt nicht der Fall. Außerdem stellen sie hier noch Käse selbst her und eine Süßigkeit, die stark an Fudge erinnert in verschiedenen Sorten. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass es in dieser Gegend viele kleine Käsereien zu geben scheint, denn allenthalben wird der hausgemachte angepriesen. Neben den vielen Kühen gibt es im Hochland auch Schafe und Ziegen und das ist nun mal der Quell für die Käseherstellung. 

Gegen Ende des Tages möchte ich mir noch den Friedhof vis a vis der Zufahrt zu unserer Lodge ansehen. Ich gehe sehr gern auf Friedhöfe und tue das auch besonders gern in anderen Ländern. Der schönste, den ich bisher gesehen habe, ist der in Buenos Aires. Wenn man Gräber zu lesen versteht, erzählen sie einem Geschichten. Hier zum Beispiel, dass der Ort früher recht abgeschieden gelegen haben muss und/oder dass die staatliche Verwaltung damals nicht bis in die hintersten Ecken vorgedrungen ist, denn auf vielen Gräbern steht kein Geburtsjahr. Etwas sonderbar finde ich auch, dass bis auf sehr wenige Ausnahmen, ALLE Gräber mit weißen Kacheln verkleidet wurden; nur die Dekorationen variieren. Sie bestehen ausnahmslos aus kitschigen Plastikblumen in knalligen Farben und ebenso kitschigen Jesusfiguren. Eine Madonna aus Stein sticht da positiv heraus. Die einzige Erklärung hierfür, die uns einfällt, ist die: wenn man sich die Flussläufe und riesigen Abflussgräben an den Straßen ansieht, die zur Zeit kaum Wasser führen, kann man sich vorstellen, welche Wassermassen hier zur Regenzeit herunter kommen und da aufgrund der Lage fast alles am Hang liegt, werden die Friedhöfe wahrscheinlich regelmäßig überschwemmt und sind so einfacher wieder zu reinigen. 



















Wir verbringen den letzten Abend in der Lodge und am nächsten Tag geht es weiter zu unserer nächsten Station. Bis Puerto Viejo an der Ostküste Costa Ricas sind es 180 Kilometer zu fahren. Wir starten gegen halb elf und genießen noch ein letztes Mal diese wunderschöne Landschaft hier oben, aber dann geht es stetig bergab. In Turrialba hat sich auf unbestimmte Zeit ein Stau gebildet. Die Straße ist aus nicht ersichtlichen Gründen gesperrt. Unser Navi zeigt uns eine Umgehung an, die wir auch nehmen. Nach kürzester Zeit wird dieser Weg aber so schlimm, dass wir froh sind, die robusten Allradfahrzeuge genommen zu haben. Die „Straße besteht zum größten Teil nur aus Geröll, aus dem riesige Löcher vom Regen ausgewaschen wurden und dazu geht es auch noch entweder steil bergauf oder bergab. Seltsamerweise stehen hier richtig große und sehr exklusiv aussehende Villen, deshalb fragen wir uns, warum die Bonzen, die hier offensichtlich wohnen, nicht für eine bessere Zufahrt sorgen. Also mit einem Angeberschlitten kann man hier definitiv nicht nach Hause fahren. Oder die haben alle einen privaten Hubschrauberlandeplatz und nur das Gesinde muss sich mit dem schlimmen Weg abplagen.

Wir haben den Stau dann erfolgreich umfahren und schon geht es weiter bergab. Die Vegetation ändert sich leicht. Die großen Bäume bleiben, aber es kommen Kokospalmen und Bananenstauden dazu. Hier gibt es gigantische Bananenplantagen und der zum Teil bis an die Straße heran reichende Dschungel ist zum Teil so dicht, dass man nicht einmal hindurch sehen kann. Wir erreichen das Hotel, das fast am Meer liegt, und sind alle etwas enttäuscht. Wenn man bedenkt, dass man für das gleiche Geld in Asien in Palästen wohnt, heißt das für mich, dass Costa Rica touristisch gesehen sehr teuer sein muss. Warum? Keine Ahnung. Unser Zimmer, die Ausstattung innen wie außen, der Pool…. alles sehr spartanisch und angenutzt. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Wir trinken unseren Rum und Bier und gehen dann noch in eine Bar, um uns das alles schön zu saufen. Das ist jetzt auch nicht allzu ernst gemeint, wir lassen uns einfach davon nicht die Laune verderben. Aber die Vegetation im Hotel ist toll und an jeder Ecke hausen riesige Spinnen in ihren ebenso riesigen Netzen, man sieht Krebse in ihren Löchern verschwinden und ich bin gespannt, was uns noch so alles begegnet.
























ANREISE UND ERSTER TAG


Bei dieser Anreise meint es das Wetter geich zwei Mal nicht gut mit uns. Kaum sind wir mit leichter Verspätung in Frankfurt aufs Rollfeld gefahren, wird es um uns herum immer dunkler und riesige Wolkenungetüme türmen sich über uns auf, so dass am Horizont nur noch ein schmaler Streifen Sonnenlicht zu sehen ist. Als wir schließlich die Startposition erreichen ist es unmöglich zu starten, denn ein heftiges Gewitter mit Blitzen, Donner und sintflutartigem Regen geht auf uns hernieder und es windet so stürmisch, dass das ganze Flugzeug wackelt. Nach ungefähr einer Stunde Wartezeit können wir endlich losfliegn und landen nach nur einigen unangenehmen Turbulenzen für einen Zwischenstop in Zürich. Aufgrund der Verspätung haben wir hier nur noch eine kurze Wartezeit beim Umsteigen und schon geht es mit Edelweiß nach San Jose. Das Essen für mich ist ganz gut, Nico ist von seiner Auswahl ganz begeistert und sein persönliches Highlight war die Schokolade. Ja, die Schweiz ist berühmt dafür.








Nach ca. zwölf Stunden Flug erreichen wir San Jose und sind schon im Landeanflug, da startet der Pilot erneut durch und es geht wieder hinauf und in Richtung Küste, da eine Nebelbank eine Landung unmöglich macht; schon wieder das Wetter. Nach einer guten Stunde in der Warteschleife können wir endlich landen. Als wir durch die Passkontrolle durch sind, wir sind so ziemlich die letzten, stehen schon alle Koffer bereit und wir fahren direkt ins Hotel, denn die Mietwagenfirma hat bereits seit 22 Uhr geschlossen. Es ist inzwischen 23 Uhr und nach einem schnellen Drink in der Lobby - der Kühlschrank dort bietet ausschließlich Bier oder Wasser - gehen wir alle ins Bett.

Um fünf Uhr ist die Nacht für mich leider schon zu Ende und das ist schon gut für meine Verhältnisse, auch wenn ich im Flugzeug wie immer überhaupt nicht geschlafen habe, aber zu Hause wäre es schon ein Uhr Mittag. Die Zeitverschiebung beträgt also acht Stunden. Die Familie wird aufgrund von Sippenhaft eine halbe Stunde später geweckt, damit ich möglichst bald zum Frühstück - und noch viel wichtiger - zu meinem Tee komme. Für mich gibt es "Gallo Pinto" Reis mit Bohnen das landestypische Gericht, das in verschiedenen Varianten morgens, mittags und abends gegessen wird. Es ist überraschend lecker, denn eigentlich mag ich Bohnen überhaupt nicht, mit viel frischem Koriander und frisches Obst gibt es auch noch. Die Ananas schmeckt sagenhaft gut.

Gleich nach dem Frühstück mache ich eine kleine Runde zu Fuß in der Nähe des Hotels, um erste Eindrücke von der Hauptstadt Costa Ricas zu sammeln. Wir sind mitten im Zentrum der Stadt, gleich um die Ecke des Zentralparks und der Universtität. Die Mischung von alten imposanten Kolonialgebäuden, einfachen bunten Häusern mit zum Teil abblätternder Farbe bis hin zu hypermodernen Hochhäusern bestimt das Stadtbild und macht es somit interessant und abwechslungsreich. Die Menschen sind auf dem Weg zur Arbeit aber ohne unnötige Hast. Straßenverkäufer bieten ihre Ware auf kleinen Klapptischen oder auch auf dem Boden feil; einer steht sogar einfach mit einem großen Sack voll Brokkoli an der Ampel. 



















Es gibt Kiosks, die Obst verkaufen, Cafes, aus denen das Backwerk duftet, Kiffer, die offen auf der Straße ihre Tüte rauchen und von irgendwo ist immer Musik zu hören. Die Stadtbusse donnern im Mordstempo durch die Straßen, sofern es der Verkehr erlaubt. In den Bäumen zwitschern die Vögel lautstark und die Fußgängerampeln tun es ihnen gleich, denn bei grünem Licht ertönt ein Piepton, der an Vogelgezwitscher erinnert und kurz bevor es rot wird, wird er schneller. Pro Häuserblock stinkt es mindestens einmal nach Urin und später sehen wir noch einige Obdachlose; einer schläft auf dem blanken Boden mit dem Oberkörper in einem Karton. Der Himmel ist strahlend blau mit nur wenigen Wolken. San Jose, Du gefällst mir jetzt schon; eine Stadt genau nach meinem Geschmack. Am Ende unserer Reise werden wir hier nochmal zwei Tage verbringen.


































Nachdem alle anderen auch mit dem Frühstück fertig sind, telefonieren die Männer mit der Autovermietung und wir sollen um zehn Uhr in der Niederlassung sein. Das machen wir natürlich zu Fuß, denn dadurch sehen wir noch etwas von der Stadt. Allerdings sitzen wir erst um halb zwölf schließlich in unseren SUVs, denn NATÜRLICH stand um zehn noch keines der beiden Autos zur Verfügung. Wir fahren zurück ins Hotel, checken aus und dann geht es los zur ersten Etappe in den Bergen bei Turrialba. Es ist etwas verzwickt, aus San Jose heraus zu finden; hauptsächlich weil das Navi nervt. Morgen fahren wir mit der anderen App. Wir schaffen es aber bald, die Stadt zu verlassen und dann gehen wir erst einmal was essen. Das Restaurant war nicht so der Burner, vor allem weil man uns erst nach der Besellung der Getränke mitteilt, dass es nur 4 verschiedene Gerichte gibt, weil die Chefin gerade erst beim Einkaufen sei. Wir bestellen, was es gibt. Es ist alles ganz OK, aber das geht noch besser.

Unser Weg führt uns schon bald in die Berge, wo wir auch noch ein paar mal falsch abbiegen, aber mir gefällt das, denn so landen wir zum Teil in den hintersten Ecken der Dörfer, wo man sieht, wie die Menschen leben, auch wenn wir dafür streckenweise riesige Schlaglöcher in Kauf nehmen müssen. Außerdem haben wir es nicht eilig, es sind insgesamt nur sechzig Kilometer zu fahren. Schließlich sind wir auf 1.800 Metern, auf gleicher Höhe mit den Wolken, die um uns herum wabern, und an einer Stelle sogar vor uns auf der Straße derart die Sicht vernebeln, dass wir nicht mehr als zehn Meter weit sehen können. Die Landschaft hat etwas Irritierendes. Wie bei uns in Süddeutschland gibt es hier saftig grüne Wiesen, auf denen Kühe weiden. Nicht umsonst wird Costa Rica auch die Schweiz Lateinamerikas genannt, aber irgendetwas stimmt nicht an dem Bild. Es sind die Bäume, die ganz anders aussehen und die Wiesen scheinen leicht terrassiert. An einigen Stellen sind die Hänge so steil, dass die Kühe eigentlich runter fallen müssten, aber wahrscheinlich handelt es sich dabei um Hangkühe, die auf einer Seite kürzere Beine haben. Haha, schlechter Witz ich weiß, aber den konnte ich mir nicht verkneifen.













Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserer Lodge und uns erwartet ein kleines Juwel. Das Hotel selbst ist relativ einfach gehalten, es handelt sich dabei um eine Ökolodge, aber die Lage ist unglaublich!!! Um die Lodge herum ist ein Garten angelegt mit wunderschönen Blumen, wir haben eine Terrasse, auf der wir alle zusammen sitzen, trinken und spielen können. Hinter uns geht der Blick nach oben zu den beiden Vulkanen Irazu und Turrialba, die immer wieder zum Teil oder aber vollständig von Wolken verdeckt sind. Der Ausblick ist einfach genial, vor allem als sich dann bei Sonnenuntergang der Himmel leicht rötlich färbt. Vor uns vom Parkplatz aus kann man bis tief ins Tal sehen. Als es dunkel wird, sieht man die Licher der Stadt sich in der Ebene ausbreiten. Wir sind alle sehr zufrieden mit der Wahl unseres Urlaubszieles, aber leider aufgrund der Zeitverschiebung schon früh sehr müde und schaffen es nicht länger als bis zehn Uhr wach zu bleiben. Das wird sich in der Nacht für mich rächen.


























BALI 2016 - RUNDREISE MIT DEM MIETWAGEN


BALI - Das steht für traumhafte Sonnenuntergänge, saftig grüne Reisterrassen, eindrucksvolle Vulkane, schwarze Lavastrände, unzählige Tempel und eine ganz eigene Religion, die es so nur auf Bali gibt.


 



Fünf Jahre nach unserem letzten Besuch auf Bali, wollten meine Männer unbedingt wieder auf diese zauberhafte Insel, um unseren Sommerurlaub dort zu verbringen. Ich muss gestehen, ich war zunächst nicht ganz so begeistert von der Idee wie die beiden, da ich vom letzten Urlaub einiges in unangenehmer Erinnerung behalten habe. Nachdem wir 2009 unseren nach wie vor schönsten Familienurlaub auf Bali verbracht hatten, zog es uns 2011 ein zweites Mal dort hin. Wir mussten aber einige Enttäuschungen hinnehmen. Zunächst einmal kam das Hotel nicht an das Ramada Benoa heran, wo wir 2009 gewohnt hatten und weiterhin war die Insel bei unserem zweiten Besuch dermaßen voll, dass wir mehrere Unternehmungen und Touren mittendrin aufgeben mussten, nachdem wir schon ewige Zeiten im Stau gestanden hatten. Bali schien vor Menschen und Autos überzuquellen. Lediglich unser zweitägiger Abstecher in den Norden war da noch ein Highlight gewesen.








Es gibt dafür zwei Gründe. Zum einen war im Jahr davor der Film "Eat Pray Love", der teilweise in Bali spielt, mit Julia Roberts in die Kinos gekommen und hatte damit einen Run auf die Insel ausgelöst. Zum zweiten waren wir ausgerechnet zum Ende des Ramadan dort. Das Ende des Ramadan wird mit dem Feiertag "Idul Fitri" abgeschlossen, der in seiner Bedeutung unserem Weihnachtsfest gleich kommt, den bzw. die darauf folgende Woche viele Indonesier für einen Urlaub auf Bali nutzen. Hinzu kamen all die Touristen aus Europa, Asien und Amerika, die sowieso immer hier sind und so kam es dazu, dass Bali fast aus allen Nähten platzte und für uns den Aufenthalt zum Teil sehr unerfreulich machte. Die Vorstellung von einem schönen und erholsamen Urlaub passt einfach nicht damit zusammen, ewig im Stau zu stehen.








Also habe ich mich als erstes informiert, auf welches Datum "Idul Fitri" 2016 fällt und war sehr erleichtert, dass es bereits im Juli stattfindet. Auch wollen wir diesmal keine feste Bleibe buchen, sondern eine spontane Rundreise machen, das heißt ich kümmere mich um ein Hotel für die Ankuft und dann werden wir jeweils vor Ort entscheiden, wann und wohin wir fahren wollen. Grob geplant ist eine komplette Umrundung der Insel und ein Aufenthalt im Zentrum Balis. Wir haben zwar schon sehr viel von der Insel gesehen, aber einige Ecken kennen wir noch nicht.

Ich bin gespannt, was wir Neues entdecken werden und bin optimistisch, dass es wieder eine wunderbare Reise zu diesem einzigartigen Ort werden wird. 









WISSENSWERTES ÜBER BALI


Bali ist auf dem Indonesischen Archipel die westlichste der "Kleinen Sunda-Inseln". Dazu zählen die Inseln Nusa Ceningan, Nusa Lembongan und Nusa Penida. Bali gilt als eine relativ junge Insel. Vom Malaiischen Festland ist die Insel nur durch drei verhältnismäßig flache Meeresstraßen getrennt. Diese sind im Verlauf der Zeit immer wieder trockengefallen, so dass sich Fauna und Flora Balis nicht sehr stark vom malaiischen Festland unterscheiden. Zwischen Bali und Lombok verläuft die sogenannte Wallace-Linie. Dies ist die biogeografische Trennlinie zwischen Asiatischer und Australischer Flora und Fauna. Diese Meeresstraße ist sehr tief und besteht seit langer Zeit, so dass sich Tier- und Pflanzenwelt der beiden benachbarten Inseln stark unterscheiden.

Die meisten Berge Balis sind vulkanischen Ursprungs und bedecken etwa drei Viertel der gesamten Inselfläche. Der Vulkan Gunung Agung („Großer Berg“) ist mit 3031 Metern der höchste Berg der Insel. Für die Balinesen ist er der Sitz der Götter. Außerdem ist er der Pol des balinesischen Koordinatensystems. Der letzte Ausbruch von 1963 forderte 2000 Menschenleben und verwüstete zahlreiche Dörfer und Felder. Westlich vom Agung schließt sich der riesige, zehn Kilometer breite Vulkankrater des Batur-Massivs an, mit dem Randkegel des Gunung Abang (2153 m) als höchste Erhebung. Das Innere des Kraters wird von dem jungen Kegel des im 20. Jahrhundert viermal tätigen Gunung Batur (1717 m) und vom Kratersee Danau Batur ausgefüllt.







Der Grund für die vulkanische Aktivität ist die Subduktion der Sahul-Platte (Teil der Australischen Platte unter die Sundaplatte (Teil der Eurasichen Platte). Sie ist auch für den Vulkanismus auf den östlich und westlich benachbarten Inseln verantwortlich. Diese sind, wie Bali, Teil des sogenannten Sundabogens, eines vulkanischen Inselbogens, der allgemein typisch für Ozean-Ozean-Subduktionszonen ist. Südlich des Sundabogens fällt der Meeresboden zum Sundagraben hin ab. Solche Tiefseegräben sind ebenfalls typisch für Subduktionszonen.

89 % der Bevölkerung sind Balinesen, der Rest verteilt sich auf kleine Javanesische und Chinesische Gemeinden. 

Bali ist die einzige Region außerhalb Indiens, Nepals und Mauritius` mit einer hinduistischen Bevölkerungsmehrheit. Die meisten Balinesen bekennen sich zur Hindu-Dharma-Religion, der balinesischen Glaubensform des Hinduismus. Einzug hielt der Hinduismus in Bali im 8. bis 9. Jahrhundert. Religiöse Riten und Feste begleiten die Menschen von der Geburt bis zum Tod und über den Tod hinaus. Sie sind Grundlage des Zusammenhalts von Familie und Dorfgemeinschaft. Religiöse Riten werden wirksam bei der Gründung eines Dorfes, sie ordnen das Familienleben und sind die ethischen Leitlinien des ganzen Volkes. Feiertage, Volksvergnügungen und Versammlungen werden stets von einer Tempelzeremonie eingeleitet.







Bali wird auch die „Insel der Tausend Tempel“ genannt. Jedes Hindu-Banyar beheimatet drei Tempel: den Pura Puseh (Ursprungstempel), den Pura Desa (Tempel der großen Ratsversammlung) und den Pura Dalem (Todestempel). In manchen Dörfern sind Pura Puseh und Pura Desa in einem Tempelkomplex vereint. Meist sind solche Tempel aufwendig gestaltet, selbst in abgelegenen Regionen, und stehen im gestalterischen Aufwand den bedeutenden Tempeln der Insel kaum nach. Dazu hat noch jedes Haus und jedes Subak seine eigenen Tempel und an markanten Punkten (Straßenkreuzungen, Ortseinfahrten, Banyan-Bäume etc.) gibt es Kleintempel oder zumindest einen Opferstock, der im Extremfall auch ein einfacher Stein sein kann.










Neben dem vorherrschenden Hinduismus sind nach wie vor auch animistische Traditionen der alten ethnischen Religionen für das gesamte religiöse Leben der Insel bestimmend. Danach sind in allen Erscheinungen Götter gegenwärtig. Alles in der Natur hat eine eigene Macht, die die Macht der Götter widerspiegelt: Felsen, Bäume, ein Dolch, sogar Kleidung können von Geistern bewohnt sein, deren Macht man zum Guten oder Bösen benutzen kann. Rituale spielen eine große Rolle und sind weit weniger von heiligen Schriften bestimmt als etwa der indonesische Islam. Diese Ritualisierung des Lebens und die damit einhergehende Selbstkontrolle ist ein wesentlicher Teil des religiösen Brauchtums im Volk. Insbesondere im Schattenspiel mit der priesterlichen Leitfigur des Dalang zeigen sich noch starke Reste eines alten Schamanentums, das auch bei Initiationsritualen, bei Seelenführern, Heilungen usw. erkennbar wird. Ähnliches gilt für analoge Zeremonien in Malaysia, Kambodscha und Thailand.











Im Meer befindet sich die Unterwelt, auf den Vulkanen leben die Götter und der Ahnenkult ist ausgeprägt. Es gibt Tausende von Heilern und Schamanen, die sämtliche Dienstleistungen von der Heilung über das Wahrsagen bis zum Liebeszauber anbieten. Es gibt überdies einen „weißen (guten) und schwarzen (bösen) Schamanismus“. Grundgedanke ist stets die Wiederherstellung der gestörten Harmonie innerhalb der universalen Polarität, die hier wie in den anderen ostasiatischen Religionen aber nicht oppositionell, sondern als sich ergänzend aufgefasst wird. Häusliche Opfer sind verbreitet.





  
Auf Bali wird hauptsächlich Balinesisch und Indonesisch gesprochen. Als nicht-indonesische Sprache ist Englisch wegen des Tourismus ebenfalls weit verbreitet.  In Privatschulen wird neben den genannten Sprachen auch Mandarin unterrichtet.
(Auszüge aus Wikipedia)



ANKUNFT AUF DER INSEL DER GÖTTER


Die Anreise nach Bali ist leider immer sehr mühsam. Zunächst sind es - diesmal über Bangkok - 10 Stunden auf dem ersten Flug und dann nach 3 Stunden Aufenthalt noch einmal 4 Stunden. Wir fliegen mit der Thai Air, aber leider nicht wie auf den Tickets steht, mit dem A 380 sondern mit einer Boeing. Das bedeutet leider weniger Beinfreiheit. Wir vermuten, es liegt daran, dass wegen der Bombenanschläge in der letzten Woche viele Menschen ihren Urlaub in Thailand storniert haben und deshalb eine kleinere Maschine ausgereicht hat. Das Essen ist wie immer fabelhaft und wie immer werden wir über Indien wegen des Monsuns kräftig durchgeschüttelt.




 Anflug auf Bali


Auf dem zweiten Flug können wir alle mehr oder weniger schlafen und landen schließlich in Denpasar. Die Einreiseformalitäten wurden erfreulicherweise sehr vereinfacht. Das zeitraubende aber auch sehr schmucke Visum im Pass wurde abgeschafft, so dass wir ziemlich schnell unsere Stempel kassieren und durch sind. An der Gepäckausgabe warten wir eine Ewigkeit auf unsere Koffer; das letzte Stück kommt endlich, als kaum noch jemand außer uns dort steht. Währenddessen ruft der Mann von AVIS an, der bereits auf uns wartet. Der Flughafen von Denpasar wurde, seit wir das letzte Mal hier waren, modernisiert und ausgebaut und sieht jetzt eigentlich sehr schön aus, aber von den Balinesischen Dekoelementen ist wegen des modernen Vorbaus leider nur wenig zu sehen.




  


Vor dem Hauptausgang herrscht bereits das übliche Verkehrschaos. Wir laufen etwas desorientiert ob der vagen Ortsbeschreibung des Agents mit unseren Koffern hin und her, aber schließlich finden wir ihn doch noch. Dann warten wir auf den Chef des Agents, der ein halbe Ewigkeit später mit dem Vertrag angeschlurft kommt. Alle sind wohl etwas überfordert, weil hier die Hölle los ist. Ich bin froh, dass ich unsere erste Unterkunft fernab der Touristenhochburg gebucht habe und so lassen wir bald das Gehupe und die Staus hinter uns und fahren über den neu gebauten Bypass nach Sanur. Dieser verschandelt zwar leider die riesige Bucht mit Hafen, aber dadurch brauchen wir nicht 2 Stunden - wie früher - sondern gerade mal eine halbe Stunde bis zu unserem Hotel. 




 Die Lagune bei Ebbe



 Der Bypass in der Lagune



Auf der Gegenfahrbahn jenseits des Bypass´ sieht es freilich anders aus. Da bewegt sich fast gar nichts. Es scheinen viele Leute den Abend in der Hauptstadt oder in Kuta verbringen zu wollen. Vielleicht zur Feier des Tages, denn morgen ist Nationalfeiertag in Bali, an dem die Unabhängigkeit von Japan seit 1945 gefeiert wird.

Unser kleines aber feines Resort versteckt sich in einem dörflichen Abschnitt von Sanur und je weiter wir uns dem Hotel nähern, desto schmaler wird die Straße, bis gerade mal noch ein Auto Platz hat, denn rechts und links des Weges befinden sich schon die Mauern vor den Häusern, die in den Wohngebieten Balis üblich sind. Auf dem Weg dorthin sehen wir wieder die vielen zum Teil riesigen Drachen, die eigentlich fast überall in den Küstengebieten den ganzen Tag lang am Himmel stehen. Wir werden sehr freundlich empfangen und können schon bald unsere schnuckelige kleine Villa mit noch kleinerem Privatpool beziehen. 














 
Sie ist so wie wir es mögen im landestypischen Stil eingerichtet und verfügt über ein Badezimmer im Freien. Da aber auch wir eine Mauer rund um die Villa haben, kann uns niemand hinein sehen. Auf der kleinen Terrasse machen wir es uns eine Weile lang gemütlich und freuen uns, dass wir endlich angekommen sind. Ein kleiner Laubfrosch hüpft an uns vorbei und auf dem Baum nebenan macht sich immer wieder ein Flughund knackend zu schaffen und dreht ab und zu seine Kreise. Aber sonst ist es hier herrlich ruhig.



Das offene Badezimmer








Unser kleiner Privatpool


Zum Abendessen begeben wir uns ins Zentrum Sanurs und da sieht man ganz deutlich, dass auch dieser Ort touristisch sehr stark frequentiert wird, denn die Hauptstraße ist gesäumt von Hotels, Restaurants und Geschäften, wie Touristen es mögen. Es ist aber bei weitem nicht so ausgeprägt wie in Kuta, deshalb entscheiden wir uns für ein Indonesisches Restaurant und es ist zu unserer positiven Überraschung eine gute Wahl, denn das Essen schmeckt sehr gut. Ich habe ein hervorragend gewürztes Tofucurry und Vietnamesische Sommerrollen, Thomas eine Nudelsuppe und Satay mit einer köstlichen Sauce und Nico hat sich für gebratenen Lachs entschieden. Anschließend gehen wir noch schnell in einen Supermarkt.
Bali ist das Land der Stolperstufen. Weil ich das noch nicht wieder in meinem Gehirn verankert habe, bleibe ich beim Verlassen des Supermarktes mit meinem Flipflop an einer solchen Stufe hängen, stürze deshalb nach vorn, kann mich dann aber noch an einem geparkten Roller abfangen. Dann stellen wir uns vor, wie die unzähligen in einer Reihe geparkten Mopeds und Roller wegen mir wie eine Reihe Dominosteine hätten umfallen können und darob bekomme ich natürlich einen Lachanfall, der uns auf der Rückfahrt begleitet.

Zurück im Hotel gehen wir dann alle zusammen wie Gott uns schuf in unseren kleinen Pool und das ist einfach nur herrlich. Es ist wie eine größere Außenbadewanne und ab und zu fallen Frangipaniblüten auf uns herab. Was braucht der Mensch mehr? Irgendwann vor Mitternacht gehen wir ins Bett und so sind wir gleich am nächsten Tag ohne Probleme in der neuen Zeit drin. In Bali ist es sechs Stunden später als bei uns.